Schriftstellerin | Sprecherin | Schauspielerin

Ich bin Riike — Ulrike Tabor

  Schriftstellerin //  Sprecherin //  Schauspielerin //  Projekt: DDR‑Kurkinder‑Stimmen

Hier findest du meine Schriften und Vertonungen.
Ich öffne meine künstlerischen Räume auch für die Traumata des Lebens,

in deren Stille eine tiefe Weisheit ruht.

Alles, was hier gestaltet ist,

ist Ausdruck meiner Lebensgeschichte.

„Nichts ist vollkommener als die Erde auf der wir wandeln
und der Himmel von dem aus unser Geist erhoben wird.“

— Ulrike Tabor (Riike)


Riikes Blog – Knutsch die Erde

Kategorie: Zitate

Männlich & Weiblich

„Der Missbrauch und die Gewalt an Frauen und Mädchen ist tief verflochten mit der Zerstörung der Natur der Erde. Die weibliche Natur erfährt ihre Vernichtung, deren Kraft tief verwurzelt in der Schöpfung, Fruchtbarkeit und Heilung ist.“

— Ulrike Tabor (Riike)
Entstanden im November 2021

Kategorie: Umwelt

Eine Erde voller Liebe
Rede zu meiner Kunstaktion: „Kinder müssen beschützt werden“

Es gibt Völker, die an das Leben der zukünftigen 7 Generationen denken
und das Land für sie dahin lebenswert gestalten.
In meiner Zeit ist es schon ideell, dass ich an ein Enkelkind denken kann.
In dieser Zeit ist es ideell zu denken, dass Kinder einmal Kinder haben werden.

Es ist eine beängstigende Zeit, in der wir leben.
Es ist beängstigend, dass man das Bewegtsein von jungen Menschen,
die bewegte Angst zukünftig zu sterben, ausdiskutiert.
Es ist beängstigend, dass man für die Bewahrung des Kreislaufsystems der Natur der Erde
und damit der Bewahrung der Lebenswelt Mensch und aller Lebewesen kämpfen muss.
Es ist beängstigend, dass dies in einem aufgeklärten Zeitalter geschieht.
Es ist beängstigend, dass man das Bewegte einer Generation lobt und bestraft,
statt ihr Leben beschützt.

Im Namen der Erde und ihrer Kinder spreche ich: Ich habe Angst.

Es ist Zeit, Lebensatem zu garantieren.
Es ist Zeit, die Positionen umzudrehen.
Es ist Zeit, junge Menschen von der Angst zu entlasten, zu sterben.
Es ist Zeit, als Menschheit Verantwortung für die Erde und das Leben zu tragen.
Die Dinge, die ins Chaos laufen, in die natürliche Ordnung zu bringen,
in ein Kreislaufsystem, in dem alles Leben miteinander verbunden bleibt.
Es ist Zeit, in Liebe zu handeln.

Ob man wirklich richtig steht, sieht man, wenn das Licht angeht.
Die Erde verliert Vielfalt und Schönheit.
Die Erde wird dunkler.

Der Mensch verliert seine Vielfalt und Schönheit.
Der Mensch verliert die Verbindung zur eigenen Natur, zur Natur der Erde
und damit die Verbindung zu seinem Herzen,zur Liebe.

​Es ist erschreckend, dass junge Menschen Wörter wie Angst und Panik in den Mund nehmen
und dass diese Empfindungen im Meinungskrieg überhört werden. Es ist beängstigend, dass diese Aussagen von Empfindungen Menschen kaum noch berühren.

Es ist Zeit, dem Mitgefühl und dem Herzensraum eine Position in der Welt zu geben.
Mit dem Kopf zu denken und zu argumentieren, ist gut.
Das Herz zu fühlen und sprechen zu lassen, ist gut.
Auch hier, zwischen Kopf und Herz, hat sich eine Trennung in der Gesellschaft vollzogen.

Ich habe Angst. Im Namen der Erde und aller ihrer Kinder spreche ich: Ich lade ein, mir Hoffnung zu schenken.

Hoffnung dafür, eine Vision, dass ich ein Kind und ein Enkelkind
mit dem Atem des Lebens beschenken kann.
Eine Vision von Leben, deren Umsetzung ins Manifeste auf dieser Erde geschieht,
sodass mein Kind ein Kind haben wird,
was wiederum ein Kind haben wird oder zwei oder drei,
welche wiederum Kinder haben werden,
die wiederum Kinder und Enkelkinder und Urenkel und Ururenkel haben werden.
In einer lebenswerten Welt.
Eine bunte Welt, die sie trägt und nährt.

Eine Welt, in der Liebe kein Fremdwort ist.
Eine Welt, in der man Vielfalt und Schönheit bewahrt.
Eine Welt, in der das Umsorgen der Erde keine Strafe ist.
Eine Welt, in der aus Bitten um Schutzräume kein Krieg entsteht.
Eine Welt, in der man Kinder vor Tod beschützt.
Eine Welt, in der Hoffnung lebt.
Eine Welt, die man liebt.

Eine Erde, die man beschützt.
Eine Erde, die man bestaunt.
Eine Erde, die man küsst.
Eine Erde des Herzens.
Eine Erde voller Liebe.

— Ulrike Tabor (Riike)
Entstanden im Herbst 2019


Kategorie: Lyrik

Die Luft schenkt mir Atem

Ich bin zur falschen Zeit,
am falschen Ort geboren –
ich bin in den Krieg hineingeboren.

Während andere Kinder den Frieden erleben,
geht es bei mir schlichtweg ums Überleben –
den Erfolg, meinen Hunger zu stillen, anzustreben.

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Kategorie: Poetry-Slam-Texte | Se*ualisierte Gewalt

Triggerwarnung: Dieser Beitrag behandelt einen Poetry-Slam-Text zum Trauma der sexualisierten Gewalt, der Zerrissenheit und der Heilung durch das Mitgefühl anderer Menschen.

Das Lachen ist ein Pfennig – zum Trauma der sexualisierten Gewalt
Auftritt am 10. November 2018, Open Stage in Franz Mehlhose Erfurt

Es wird gesagt und darüber gesprochen. In vielen Artikeln kann man es lesen. Leg deine Vergangenheit ab. Lebe heiter, lebe froh. Jetzt lebe so. Leb dein Leben. Lass dich von deinen Träumen nicht berauben und beschütz deinen Mut, daran zu glauben, deinen Weg zu gehen, diesen frei zu fegen von allem Mist, der auf diesem Weg noch zugegen ist.

Vergangenheit ist Zukunft, ist Gegenwart und Jetzt. Sie ist in einem Leben und zugegen.

Was ist, wenn du deine Freude an dein Leben einem anderen Menschen solltest übergeben? Wenn man dich mit einem Fingerschnipp entfernt von deinem Wert und allen Lebenstipps, von all deinen Träumen dich beraubt und du nun fern auf dein Leben schaust?

Wenn deine Freude als Glasscherbenspiel klingt und der Vogelchor von nun an als erstarrter Ton vom Baum für dich singt, dann ist dein Lachen ein Pfennig geworden. Es liegt verschlossen und verhüllt, verborgen, geborgen und geschützt in deiner Hand.

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Kategorie: Lyrik

Was schlimm ist (nach Gottfried Benn)
Veröffentlicht im Rahmen eines Lyrikworkshops bei Nancy Hünger im hEFt Erfurt 2014

Schlimm ist der Staat, der mit Prämien und Punkten das Leben entlohnt.

Schlimm ist das Sammeln von Flaschen, das den Menschen Sinn erfüllt, an Aufgaben gedeihen und zu wachsen.

Schlimm ist die Politik, die Verantwortung abgibt, sich brav in der Wiege wiegt, die Masse verlacht, dumm sie fügt, zu einem Puzzle, das sich selbst belügt, indem ein letztes Teilchen fehlt – Mensch zu bleiben.

Schlimm sind Vergleiche mit anderen Zeiten.

Schlimm ist der Intellekt, der keinen Sinn erweckt.
Schlimm sind Erwachsene – ihr Indirekt, da sich darin ihr Kinderspiel versteckt.

Schlimm ist die Starre, die Karre voll Fakten in großen Lettern.
Schlimm ist, dass sie uns bekleckern.

Schlimm ist die Abwehr, der Unterhaltung Verzehr.
Schlimm ist die Sprache, in der wir sprechen, Abkürzungen, die das Denken herunterbrechen.

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Kategorie: Lyrik

Ohne Titel

Wir fahren durch die Straßen
Du und Ich
Im Herbst
Der Regen
Über dem Asphalt
Wir fahren durch die Straßen
Du und Ich
Die Ampel grün
Das Radio schweigt


— Ulrike Tabor (Riike)
Entstanden im Sommer 2014

Kategorie: Lyrik

Das Gras

Es riecht fruchtig nach Sommer und Wiese.
Ich liege im duftenden Gras und genieße
den säuerlichen Geschmack in meiner Nase,
​der sich ergießt; er breitet sich aus.
Ich nehme die Erinnerung von Weihnachten mit nach Haus.

— Ulrike Tabor (Riike)
Entstan​den im Sommer 2014

zpqCMeb@6oxMpfGUyU_BL


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